Montag, 30. Juli 2007

Online-Schnüffelei: Endlich etwas Klartext - Erschreckend!

Dass die Bundesregierung auf eine Anfrage der F.D.P.-Fraktion diese - und somit auch die Öffentlichkeit - zur Frage der Einsatzfähigkeit von Schnüffeltechnologien schlichtweg belogen hat, wurde hier bereits dargestellt.

Wie weit diese Technologie anscheinend schon gediehen ist, will die WELT beim Verfassungsschutz jedenfalls in Umrissen erfahren haben:

Auch vom Verfassungsschutz ist dazu nur Abstraktes zu hören. Es gehe um die „offensive Überwachung des Internets in seiner ganzen Breite", um „technische Mittel für die Kontrolle von Internettelefonie, E-Mail-Accounts, privaten Postfächern und Online-Foren", heißt es in der Kölner Behörde lediglich.

Wer mehr Anschauung will, muss einen Blick in die USA werfen. Denn dort setzt die Bundespolizei FBI die Spähsoftware bereits ein, über die in Deutschland so ausufernd wie schwer verständlich diskutiert wird. Die Fachmagazine „Cnet" und „Wired" enthüllten jüngst Details über eine vom FBI genutzte Spionagesoftware, die in der Lage ist, in Computer einzudringen und dort nach Informationen zu suchen.
...
Dieses Programm ist in der Lage, auf dem Rechner des Verdächtigen die Internet-Verbindungen und angesteuerten Homepage-Adressen samt Datum und Uhrzeit aufzuzeichnen. Die in Fachkreisen Trojaner genannte Software erfasst auch weitere Daten wie das Betriebssystem des ausgehorchten Computers, den Namen des bei der Windows-Registrierung angegebenen Nutzers, Teile der Windows-Registrierungsdatenbank oder eine Aufzählung aller laufenden Programme.

Ob „abstrakt" oder nicht, man lasse diesen Horrorkatalog einmal in Ruhe auf sich wirken:

  • Offensive Überwachung des Internets in seiner ganzen Breite (!)

  • Kontrolle von Internettelefonie

  • Kontrolle von E-Mail-Accounts

  • Kontrolle von privaten Postfächern

  • Kontrolle von Online-Foren


Mit anderen Worten: Schlicht und ergreifend Totalüberwachung der Kommunikation per Internet.

Dass in erster Linie diese - und nicht dubiose Festplattenschnüffeleien - der wahre Hintergrund der sog. „Online-Durchsuchung" ist (und perfiderweise sein muss, wenn sie denn den gewünschten Zweck auch nur ansatzweise erfüllen soll), hatten wir bereits mehrfach dargestellt.

Die Frage wäre allenfalls, ob der bei der Definition der sog. „Online-Durchsuchung" mehr oder weniger hilflos vor sich hin stotternde OSM das tatsächlich nicht weiß oder auch hier versucht, das Volk zu veralbern - wo ich derzeit noch von ersterer Variante ausgehe (ohne, dass das auch nur in irgendeiner Weise positiv zu werten wäre).

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