Samstag, 7. April 2007

Den Bundestrojaner gibt es schon - oder doch nicht?

Auch das PC Magazin beschäftigt sich mit dem „Bundestrojaner":

„Während das BKA auf Nachfrage zu technischen Details der Online-Durchsuchung öffentlich keine Stellung nehmen will, verrät der innenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion der CDU/CSU, Dr. Hans-Peter Uhl, gegenüber der Onlineredaktion schon einmal Einzelheiten und spricht von entwickelten Spionageprogrammen, „die über das Trojaner-Prinzip hinausgehen". Diese würden Computer automatisch nach ungesicherten Einfallstoren durchsuchen, sobald sie sich im Internet anmelden. Doch der elektrische Spion soll noch mehr können: „Nach getaner Arbeit deinstallieren sich die Spione dann selbst und verschwinden unerkannt".

Der Datenschutz- und Sicherheits-Experte Wolfgang Nefzger meint, die Opfer hätten im Zweifel wenig Chancen, sich gegen die staatliche Schnüffelei zu wehren: „Wenn eine Behörde direkt am PC ein Spionageprogramm installiert, das speziell für diesen einen Einsatz programmiert wurde, erkennt das kein Antivirenprogramm. Schließlich müssen die Virenanalytiker erst einmal eine Kopie des Spions haben, um ihn zu analysieren. Versteckt sich der Trojaner noch geschickt mit Windows-Interna haben, um dem Spionage-Tool auf die Spur zu kommen. 99,99 Prozent aller Anwender dürfte das überfordern."

Kommentare:

MisterL hat gesagt…

Umgekehrt gesehen haben die "bösen Buben" aber auch die Möglichkeit, sich diesen Bundestrojaner nicht auf ihren Rechner kommen zu lassen. Und eine Analyse des Datenmaterials erfordert nun mal den ganzen Rechner, da Malware und Phishing nur bei DAU's funktionieren. Siehe auch "Technology Review 3|2007", Seite 84

Anonym hat gesagt…

0,0 % der PC-Nutzer dürften damit Probleme haben, den pösen Text auf einem alten Pentium 1 oder II ohne Verbindung zur Außenwelt und mit von CD gebootetem Linux zu schreiben und dort zu verschlüsseln, bevor diese verschlüsselte Datei über einen USB-Stick transferiert wird. Dann ist es shit-egal, ob auf dem E-Mail-Rechner ein Trojaner installiert wird.

Sprich: Es erwischt die pösen Buben mal wieder gar nicht, die können sogar sehr beruhigt sein. Nur der normale Bürger wird gegängelt und überwacht. Politische Dünnbrettbohrer haben dafür mal wieder Handlungskraft bewiesen und können sich rühmen, unsere Steuergelder verschwendet zu haben.