Dienstag, 16. Oktober 2007

Sind Daten denn auch sicher?

Es wird immer wieder angeführt, dass etwaig erhobene Daten nur für die Zwecke gebraucht und verarbeitet werden, für die sich auch erhoben wurden und man sich keine Sorgen machen müsse. Und auch um die Sicherheit der Daten müsse man sich keine Sorgen machen, denn schliesslich sei Papa Staat ja der Gute.

Ein Blick ins Ausland gefällig? In Irland gibt es schon länger eine Datenspeicherung. Nach dem Inquirer hat sich nun folgendes zugetragen:

Es gibt jemanden, der in der Data Protection Section of the Department of Family and Social Affairs als Angestellter arbeitet. Derjenige hat erhobene Daten an seinen kriminellen Bruder weitergegeben, der diese dann unter Anderem für Erpressungen benutzt hat. Das ist für mich schon hinreichend Argument, gegen die Sammel- und Speicherwut.

Damit aber noch nicht genug:

He later admitted to officials that it is common practice amongst civil servants to check up on the financial status of friends, family and acquaintances.

und:

Other records accessed out of "curiosity" were those of a politician, pop star and a "notorious criminal".


Ach so, es ist für Angestellte normal und verbreitet, dass aus bloßer Neugier der finanzielle Status von Freunden, Familienangehörigen und den Bekannten abgeklärt und geschaut wird, was für Daten über Politiker, Popstars und mutmaßliche Kriminelle erhoben und gespeichert worden sind.


Wer will öffentlich behaupten, dass derartiges bei einer Vorratsdatenspeicherung nicht der Fall sein könnte und die Daten vor unbefugtem Zugriff durch Regierungsangestellte und -mitarbeiter sicher wären und nicht einfach so in den Daten herumgeschnüffelt werden kann?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ja, kann den unverantwortlichen Umgang mit derartigen Möglichkeiten im Kleinen auch bestätigen. Ich erinnere mich noch wie ich ein Praktikum in einem Finanzamt gemacht habe. Eine nette Tante fragte sich als sie aus dem Fenster schaute, wer denn das wohl sei, der da gerade auf den Parkplatz fährt. Daher rief sie ihrer Kollegin das Kennzeichen zu, die das mal eben im System nachgeschaut hat.

Und das, obwohl ein ihnen ansonsten unbekannter Jurastudent mit im Raum saß! Das zeigt meiner Ansicht nach, dass viele Menschen sich der Verwerflichkeit ihres Tuns nichteinmal bewußt sind...

Wie soll das nur werden, wenn die wichtigere Daten einsehen könnten.

Mir wurde übrigens auch angeboten, die Finanzamtsdaten beliebiger mir bekannter Personen mal einzusehen... kann mich aber nicht erinnern, ob ich das damals getan habe - wohl eher nicht.

Anonym hat gesagt…

Die Möglichkeit kriminellen Missbrauchs ist nicht das Kriterium. Sondern die Allgegenwart der staatlichen Überwachung.

Gegen Kriminelle Außenseiter kann ich mich juristisch wehren. Gegen den Staat nicht!